• 1. Dezember 2021

Der ERGO Treuhand e.V.: unsere Lösung zur Insolvenzsicherung von Altersteilzeitverpflichtungen

Welche Schritte sind notwendig, damit die Verpflichtungen aus einer Altersteilzeit bei Insolvenz des Unternehmens gesichert sind? Eine Möglichkeit ist die Treuhandlösung.

Auch wenn es keine gesetzliche Regelung mehr zur Altersteilzeit gibt – in mehr und mehr Unternehmen wird sie genutzt. Zum einen als eine Möglichkeit zur sozialverträglichen Reduzierung der Mitarbeiterzahlen, zum anderen, um Arbeitnehmern einen gleitenden und früheren Eintritt in den Ruhestand zu ermöglichen.

Altersteilzeit (ATZ) wird dabei in den meisten Fällen im sogenannten Blockmodell umgesetzt. Dabei unterteilt man die gesamte Zeitspanne der ATZ in zwei gleich lange Blöcke, die Aktivphase und die Passivphase. In der Aktivphase arbeiten die Arbeitnehmer zu 100 Prozent, erhalten aber nur einen Teil ihrer bisherigen Bezüge. In der Passivphase arbeiten die Arbeitnehmer gar nicht mehr, erhalten aber weiterhin den auch in der Aktivphase bezogenen Teil der Bezüge.

Das Altersteilzeitgehalt beträgt grundsätzlich 50 Prozent des Gehaltes vor ATZ. In den Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen zur ATZ sind aber meist noch sogenannte Aufstockungsbeträge vereinbart, mit denen das Unternehmen die Altersteilzeitgehälter auf 70 bis 80 Prozent der Gehälter vor ATZ aufstockt.

Da der Arbeitnehmer in der Aktivphase 100 Prozent arbeitet, aber nur einen Teil seiner Bezüge erhält, baut sich ein sogenannter Erfüllungsrückstand des Arbeitgebers auf, der in der Passivphase nach und nach abgebaut wird.


Was aber, wenn das Unternehmen insolvent wird, bevor der ATZ-Vertrag endet?
Hierauf hat der Gesetzgeber reagiert und in § 7e Sozialgesetzbuch (SGB) IV geregelt, dass dieser Erfüllungsrückstand zuzüglich des darauf entfallenden Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung (SV) vom Arbeitgeber gegen Insolvenz abgesichert werden muss.

Zur Insolvenzsicherung von ATZ-Verpflichtungen bietet sich eine Treuhandlösung an, ein sogenanntes CTA (Contractual Trust Arrangement). Dem Treuhänder werden Deckungsmittel in Höhe des beschriebenen Erfüllungsrückstandes zuzüglich der SV-Beiträge übertragen. Der Treuhänder verwaltet das Vermögen und erstattet dem Unternehmen in der Passivphase die zu zahlenden ATZ-Gehälter. Dadurch baut sich der Erfüllungsrückstand ab (Verwaltungstreuhand). Bei Insolvenz des Unternehmens hat der Arbeitnehmer in Altersteilzeit einen Anspruch direkt gegen den Treuhänder, dass sein individuell noch bestehender Erfüllungsrückstand ausgeglichen wird (Sicherungstreuhand).

Lösung mit ERGO Treuhand e.V.
Der ERGO Treuhand e.V. ist eine solche Treuhandlösung, die als „doppelseitiger Treuhandverein“ sowohl Verwaltungs- als auch Sicherungstreuhand abbildet. Die Kapitalanlage kann individuell ausgestaltet werden, sowohl Versicherungs- als auch Investmentfondslösungen sind möglich.


Der ERGO Treuhand e.V. ist eine sogenannte Gruppentreuhand. Das bedeutet, dass eine Vielzahl von Arbeitgebern den Treuhandverein nutzen können. Damit sparen sich die Unternehmen die aufwendige und kostenintensive Erstellung von Treuhandverträgen sowie die Gründung eines Treuhandvereins. 

Das von Unternehmen übertragene Vermögen wird ausschließlich für die Erfüllung der Verpflichtungen dieses Unternehmens genutzt. Das Unternehmen bleibt wirtschaftlicher Eigentümer des übertragenen Vermögens, mit der Folge, dass das Guthaben, welches nach Erfüllung aller ATZ-Verpflichtungen vorhanden ist, wieder an das Unternehmen zurückgezahlt wird. Auch die Wertentwicklung der Kapitalanlage ist Treuhandvermögen des Unternehmens.

Der ERGO Treuhand e.V. entlastet das Unternehmen darüber hinaus von Verwaltungsaufgaben. Für die Sicherung der einzelnen ATZ-Verpflichtung bedarf es keiner Mitwirkung oder Zustimmung des einzelnen Arbeitnehmers. Und der Treuhänder erstellt im Auftrag des Unternehmens halbjährlich die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherungsbestätigungen, mit denen das Unternehmen seinen ATZ-Beschäftigten nachweist, dass die gesetzliche Anforderung zur Insolvenzsicherung erfüllt ist. Für die Finanzplanung des Unternehmens prognostiziert der ERGO Treuhand e.V. auf Wunsch den Verlauf des erforderlichen Sicherungsvermögens für die aktuellen ATZ-Vereinbarungen.


Vielseitige Lösung
Die Insolvenzsicherung von ATZ-Verpflichtungen über die ERGO Treuhand e.V. ist eine einfache Lösung für Unternehmen, der gesetzlichen Insolvenzsicherungspflicht nachzukommen. Diese Lösung umfasst rechtlich geprüfte Treuhandverträge, eine individuelle und flexible Kapitalanlage sowie kostengünstige Verwaltungsdienstleistungen.

Der ERGO-Treuhand e.V. kann auch für weitere Versorgungsverpflichtungen im Unternehmen genutzt werden. So ist es möglich, Pensionsverpflichtungen über den ERGO Treuhand e. V. auszufinanzieren, womit bilanzielle Vorteile nach dem Handelsgesetzbuch und im internationalen Jahresabschluss beispielsweise nach IFRS (International Financial Reporting Standards) oder US-GAAP (United States Generally Accepted Accounting Principles) erzielt werden. Versorgungszusagen, die nicht über den Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (PSVaG) gegen Insolvenz gesichert sind, können ebenfalls über den ERGO Treuhand e. V. gesichert werden. Das betrifft zum Beispiel Zusagen an beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer, Vorstände von Kapitalgesellschaften oder besonders hohe Versorgungszusagen, die die Höchstleistungsgrenzen des PSVaG übersteigen.

Michael Hoppstädter, Geschäftsführer, Longial
(Seit 1993 im Bereich der betrieblichen Altersversorgung aktiv. Als Dozent | Referent für die Campus Institut AG im Studium Betriebswirt bAV (FH), die Deutsche Makler Akademie und weitere mehr tätig.)